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Die Nationalversammlung hat 150 auf vier Jahre gewählte Mitglieder. Zusammen mit dem Senat bildet sie das Parlament.

Obwohl Madagaskar derzeit von einer militärisch installierten Übergangsregierung regiert wird, ist das politische System Madagaskars verfassungstechnisch eine zentralistische, präsidentielle Republik mit direkt gewähltem Präsidentem und Zweikammersystem: Die Nationalversammlung hat 150 auf vier Jahre gewählte Mitglieder. Die zweite Kammer, der Senat, vertritt die sechs Provinzen Antananarivo, Antsiranana, Fianarantsoa, Mahajanga, Toamasina und Toliara. Ein Drittel der Senatsangehörigen wird vom Präsidenten ernannt, die übrigen gewählt. Jede Provinz verfügt über ein Provinzparlament, deren Angehörige direkt vom jeweiligen Staatsvolk gewählt werden. Die Regierungschefs der einzelnen Provinzen werden vom Präsidenten ernannt. Im Zuge moderater Dezentralisierung wurde Madagaskar darüber hinaus in 22 Regionen eingeteilt. Auch ihnen stehen vom Präsidenten ernannte Chefs vor.

Außenpolitik

Bis zur sogenannten sozialistischen Revolution 1975 unterhielt Madagaskar ausschließlich Beziehungen zum Westen, öffnete sich dann aber beiden Seiten. Die bisher ignorierten Staaten China und Sowjetunion eröffneten daraufhin Botschaften in Madagaskar.
Die Beziehungen zum Westen nahmen dadurch Schaden und normalisierten sich erst nach einigen Jahren wieder völlig. Besonders Frankreich hat großes Interesse an der ehemaligen Kolonie. Nach dem Ende des Kalten Krieges verlor Russland das Interesse am Inselstaat, China leistete weiterhin Entwicklungshilfe.

Innenpolitik

Durch eine neue Verfassung wurde Madagaskar 1992 zu einer Präsidialrepublik, deren erster Präsident aber nach vier Jahren abgesetzt wurde, da er seine verfassungsmäßigen Kompetenzen überschritt. Daraufhin wurde 1996 Didier Ratsiraka von der Einheitspartei Association pour la Renaissance de Madagascar (AREMA), die in den 70ern die Macht innehatte, mit knapper Mehrheit zum neuen Präsidenten gewählt, aber erst nach einigem Zögern des Verfassungsgerichts vereidigt. Dieses Zögern war berechtigt, da Ratsiraka kurz nach seiner Vereidigung Mitte 1998 eine Verfassungsänderung durchsetzte, die ihm mehr Macht zusprach. Im April 2001 wurde zum ersten Mal die zweite Kammer, der Senat, gewählt.

Bei den Präsidentschaftswahlen am 16. Dezember 2001 erhielt offiziell Marc Ravalomanana anfangs keine absolute Mehrheit (46%), weigerte sich aber, sich einem zweiten Wahldurchgang zu stellen, da er seinen Informationen nach 52% der Stimmen erhalten hatte. Am 28. April gab das Verfassungsgericht aber ein neues Ergebnis heraus, wonach er mit 51,3% gegenüber 35% für den bisherigen Präsidenten gewonnen hatte. Ravalomanana wurde vom Verfassungsgericht zum Sieger erklärt. Dazwischen lagen turbulente Monate. Der bisherige Präsident Didier Ratsiraka floh, mit dem Aufruf Ravalomananas wurde zu Generalstreiks aufgerufen und es gab drei Dutzend Tote. Auch wenn sich die Lage wieder stabilisiert hat, ist die Unzufriedenheit und Armut der Bevölkerung groß.

 

 

 

 

 

 

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